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Erste Hilfe

 

Die normalen Körperfunktionen der gesunden Katze:

Normaltemperatur schwankt zwischen 37,8 und 39,2 Grad
Puls: 108 bis 132 Schläge pro Minute (bei Aufregung bis 200)
Atemzüge: 20 bis 30 pro Minute

Blutbank für Katzen & Hunde:


http://www.kritische-tiermedizin.de/blutbank/blutbank.htm

Blutspende rettet Tierleben !

Vorbeugung

Viele Notfälle lassen sich vermeiden,
indem man mögliche Gefahrenquellen ausschließt:
Das zum Beispiel die Tiere im Sommer nichts in parkenden Autos
(sei es auf dem Rastplatz während der Urlaubsreise oder vor dem Haus
des Tierarztes dessen Wartezimmer überfüllt ist) zu suchen
haben versteht sich von selbst.
Überhaupt sollte man davon absehen, die Tiere an heißen Tagen
im Auto zu transportieren!

Ungesicherte Stromleitungen stellen für junge Tiere eine Gefahr da,
wenn sie darauf herumkauen.

Katzen können bei ihren Streifzügen in gekippten Fenstern hängenbleiben
oder sich mit ihrem Halsband verheddern.

Eine reibungslose Geburt läßt sich durch ausgewogene Fütterung
während der Trächtigkeit, vorbereitende Tierarztbesuche und ein ruhiges, ungestörtes Plätzchen zur Niederkunft sichern.

Natürlich gibt es noch viele andere Bereiche,
in denen wir auf die Sicherheit unserer “Tiger” achten
und sie vor Verletzungen und Unfällen schützen können.
Geschieht dennoch ein Unfall oder finden wir irgendwo auf der Straße
ein verletztes Tier vor, können wir durch überlegtes Handeln
vielleicht noch das Schlimmste zu verhindern.

(Bitte im Ernstfall nicht aus Angst vor den rechtlichen Folgen vom Helfen abhalten lassen).

Grundlagen der Ersten Hilfe

Ein akuter Notfall erfordert klares Denken und zielgerichtetes Handeln.
Die erste Regel lautet daher: Ruhe bewahren!

Obwohl einige Sofortmaßnahmen für das Leben des Tieres sehr wichtig sind, kann die Erste Hilfe niemals die Behandlung beim Tierarzt ersetzen!
Das wichtigste Ziel sollte daher stets sein,
baldmöglichst den Tierarzt zu erreichen.
Rufen Sie Hilfe herbei, damit Sie sich auf lebensrettende Maßnahmen konzentrieren können, während ein Helfer assistiert, beim Tierarzt anruft,
den Wagen fährt etc.

Falls das Tier noch auf Zurufen reagiert, nähern Sie sich vorsichtig
und prüfen den Zustand des Patienten.
Sie müssen darauf gefaßt sein, dass auch ein Ihnen bekanntes Tier
in Notfallsituationen unvermittelt beißen und kratzen kann.

Sind keine Atembewegungen zu erkennen und wirkt das Tier völlig leblos,
ist es möglicherweise durch sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen
noch zu retten.

Hellrot pulsierende Blutungen (Schlagader) sollten abgebunden werden
oder mit einem sauberen Taschentuch oder einem Stapel steriler Gazetupfer aus der Notfallapotheke fest abgedrückt werden,
während man das Tier zum Arzt transportiert.

Erste Kontaktaufnahme

Wenn man sich einem verletzten Tier nähert, sollte man daran denken,
dass Tiere unberechenbar sind, wenn sie Schmerzen, Angst
oder einen Schock haben.

Viele Besitzer sind in Notfallsituationen schon von ihrem eigenen Tier
gebissen worden.

Beim Annähern sollte man daher möglichst ruhig und behutsam auf das Tier einsprechen und auf plötzliche Situationen gefaßt sein.

Eine Decke kann bei schwer einschätzbaren Situationen gute Dienste leisten:

Man kann sie zur Not über das Tier werfen und es darin einwickeln.

Ist das Tier bewußtlos und sind Verletzungen zu befürchten,
kann man die Decke vorsichtig unter das Tier ziehen
und sie dann mit einem Helfer wie ein Sprungtuch spannen.

So vermeidet man, daß man durch Zupacken den Zustand des Tieres verschlimmert.

Prüfung der Lebensfunktionen

Bei einem bewußtlosen Tier kann man mit einfachen Mitteln den Zustand überprüfen:

Zunächst aus der Distanz auf Atembewegungen achten,
sprich das Heben und Senken des Brustkorbs

Prüfen, ob das Tier auf Ansprache reagiert.

Prüfen des Kreislaufzustandes:
Man hebt die Oberlippe an und drückt mit dem Finger auf das Zahnfleisch.
Innerhalb von zwei Sekunden sollte sich die Stelle wieder rosa färben, andernfalls hat das Tier vermutlich einen Kreislaufschock erlitten.

Den Puls fühlt man beim Tier an der Innenseite des Oberschenkels,
den Herzschlag kann man in Höhe des Ellenbogens am Brustkorb spüren.

Man kann mit einer Taschenlampe in die Augen leuchten:
Die Pupillen müssen sich daraufhin verengen,
wenn das Tier noch zu retten sein soll.

Sind weder Pupillenreflex noch Anzeichen für eine Atmung und Herzschlag vorhanden, ist das Tier bereits tot.
Reagieren jedoch die Pupillen noch,
sollte sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden.

Wiederbelebungsmaßnahmen

Ziel ist, die Sauerstoffversorgung der wichtigsten Organe wiederherzustellen.

Dazu muß sowohl die Atmung als auch der Blutkreislauf funktionieren.

Dazu muß sowohl die Atmung als auch der Blutkreislauf funktionieren.

Man geht bei einem leblosen Tier stets nach dem A-B-C-Schema vor:

A = Atemweg
Öffnen Sie das Maul und zieht die Zunge nach vorne.
Sehen Sie in den Rachen und entfernen Sie Fremdkörper,
Schleim oder Erbrochenes, um die Atemwege freizulegen.
Katzen können dazu auch an den Hinterbeinen festgehalten und kopfüber hochgehalten werden.
JEDOCH NICHT BEI VERDACHT AUF WIRBELSÄULENSCHÄDEN.

B = Beatmung
Sind die Atemwege frei, kann man das bewußtlose Tier beatmen.
Ziehen Sie hierfür die Zunge nach vorn, schließen Sie die Schnauze
mit der Hand und strecken Sie den Hals.
Beatmen Sie das Tier durch dessen Nase (evtl. mit einem vorgehaltenen Tuch).
Beatmen Sie etwa alle 3 Sekunden und achten Sie darauf,
dass sich der Brustkorb hebt, aber nicht zu sehr wölbt.

C = Circulation (Kreislauf)
Prüfen Sie den Herzschlag an der seitlichen Brustwand und den Puls
an der Innenseite des Oberschenkels.
Sind Sie sicher, dass ein Herzstillstand vorliegt,
sollten Sie eine externe Herzmassage vornehmen.
Dazu legen Sie ein gefaltetes Tuch unter den Brustkorb des Tieres
und legen Sie Ihre linke Hand flach auf den Brustkorb,
etwa in Höhe des Ellenbogens.
Danach preßen Sie in schneller Folge fünf- bis zehnmal MIT ZWEI FINGERN der rechten Hand auf Ihre Linke, um das Herz wieder zum Schlagen anzuregen.
Beatmen Sie das Tier jeweils ein- bis zweimal, bevor Sie den Herzschlag kontrollieren und ggf. erneut massiert.

Das Anlegen von Verbänden

Schlagader-Blutungen abbinden:

Bei Verletzungen und stark blutenden Wunden ist es sinnvoll,
für den Transport zum Tierarzt einen Verband anzulegen.

Es ist jedoch darauf zu achten, dass dieser Verband nicht zu fest sitzt.
Eine Ausnahme sind pulsierende hellrote Blutungen,
bei denen ein arterielles Gefäß geöffnet ist und starke Blutverluste drohen.
Diese sollten direkt über der Blutung abgebunden oder mit einem Stapel sauberer Taschentücher oder steriler Gazetupfer abgedrückt werden.

Verletzungen verbinden

Direkt auf die Wunde sollte eine fusselfreie sterile Abdeckung kommen
(für den Transport geht zur Not auch ein frisches Handtuch).

Bei dauerhaften Verbänden besteht die nächste Schicht
aus polsternder Verbandwatte.
Bei Pfotenverbänden muß unbedingt zwischen den Zehen
und unter der Afterkralle gepolstert werden, sonst entstehen Druckstellen.

Die ein- bis zweifingerdicke Polsterung wird mit elastischer Binde
umwickelt
und straff angezogen, ohne jedoch die Blutzirkulation abzuschnüren.

Die äußerste Schicht besteht aus gewebeverstärktem Klebeband
oder Pflaster und ist an stark beanspruchten Stellen
wie der Sohle durch mehrere Lagen zu verstärken.

Um den Verband am Rutschen zu hindern. Kann er auch mit Pflaster am Fell fixiert werden, allerdings nicht auf unbehaarter (oder geschorener) Haut,
da sich sonst Hautentzündungen bilden.

Der Transport zum Tierarzt

Wenn möglich, sollte man vorher beim Tierarzt anrufen,
ist die Praxis nicht besetzt, befindet sich auf dem Anrufbeantworter
sicher die Angabe des zuständigen Notdienstes.

Tierärztliche Kliniken sind rund um die Uhr erreichbar.

Wenn beim Tierarzt bekannt ist, daß man kommt,
kann dort alles für die Notfallversorgung vorbereitet werden.

Man sollte niemals alleine zum Tierarzt fahren, es sei denn,
das Tier ist in einem sicheren Behälter verwahrt.

Gelähmte Tiere sollten auf einem Brett gelagert werden,
um weitere Schäden für das Rückenmark durch Bewegung der Bandscheibe
zu vermeiden.

Man trägt die Katze am besten mit dem Nackengriff
und hält dabei die Hinterbeine mit der anderen Hand gut fest.
Sehr widersetzliche Katzen lassen sich oft nur unter großer Vorsicht
mit Hilfe einer übergeworfenen Decke in den Korb setzen.

Die Notfall-Apotheke

Eine Notfall-Apotheke sollte in jedem Haushalt vorhanden sein.
Mit wenigen Ergänzungen könnt
Ihr sie auch für den Notfall am Tier ausstatten.

Das soll jedoch keinesfalls eine Aufforderung zu Do-it-yourself-Behandlungsversuchen sein!

Bei einem Notfall am Tier sollte immer ein Tierarzt hinzugezogen werden!

Der Inhalt der Notfall-Apotheke sollte stets auf Verwendbarkeit überprüft und erneuert werden:

Polster- oder Verbandwatte (in Rollenform lassen sie sich schnell anlegen, herkömmliche Watte eignet sich aber auch)

Selbstklebende Bilde (mit elastischen Binde, die von selbst haften,
können im Notfall sehr rasch Verbände befestigt werden
(an den Pfoten niemals Wattepolster vergessen).

Jod-Lösung (zur Desinfektion und Blutstillung, beispielsweise bei Nagelverletzungen, aber nicht bei größeren Wunden einsetzen!)

Ringer-Lösung (sterile Elektrolytlösung ist ideal,
um Wunden zu reinigen und um Fremdkörper aus dem Auge zu spülen).

Mullbinden (eignen sich nicht nur zum Anlegen eines Wundverbandes,
sondern auch zusammengerollt für einen Druckverband)

Sterile Gazetupfer (beim Tierarzt oder in der Apotheke zu bekommen).

Wundbalsam (beim Tierarzt erhält man ein geeignetes Mittel,
mit dem man im Notfall Wunden desinfizieren und behandeln kann
– wichtig ist, daß es nicht brennt!)

Verbandschere (mit abgerundeter Spitz, um die Verletzungsgefahr
gering zu halten).

Kalzium-Trinkampullen (können bei Insektenstichen eingegeben werden).

Rechtliche Fragen

Schäden durch das Tier
Bei Verkehrsunfällen wird die Schuld dem Tier angelastet,
“wenn es in seiner Unberechenbarkeit ursächlich an dem Schaden beteiligt war”, also praktisch immer.
Für den Tierhalter heißt das, er haftet für den durch sein Tier entstandenen Schaden, selbst wenn ihn keine Schuld trifft und das Tier
nicht unter seiner Aufsicht war.
Die Privathaftpflicht deckt solche durch Katzen verursachte Schäden ab.

Schäden am Tier
Bei Raufereien zwischen Tieren wird die Schuld im allgemeinen
zwischen den Kontrahenten geteilt, das heißt,
die Tierarztrechnungen werden bis zu einer bestimmten Obergrenze
auf die Tierhalter verteilt.
Wenn die Schuld jedoch eindeutig bei einer Partei liegt
(Angriff eines freilaufenden Hundes z.B.) haftet der Halter des Angreifers
für die Tierarztkosten.
Das gilt natürlich auch bei tierquälerischen Handlungen wie Schlägen,
Tritten oder Schüssen, die ein friedliches Tier treffen
(Ausnahme: Jäger dürfen im Wald unbeaufsichtigte Tiere abschießen).

Fundtiere
Für Fundtiere ist die Gemeinde zuständig, das heißt,
sie übernimmt die Kosten für die tierärztliche Notfallversorgung!
(Also keine Scheu vor den Kosten, wenn ein Fundtier zum Arzt muß)
Wird ein Halter ausfindig gemacht, muß er die Kosten erstatten,
auch für die anschließende Unterbringung im Tierheim.
Um ein Tier in Lebensgefahr zu retten, darf man auf fremdem Grund
und Eigentum eigenmächtig handeln.
Allerdings sollte man sich stets einen Zeugen suchen.

Notfälle von A bis Z

Allergie / Insektenstich

Bei einer allergischen Reaktion nach einem Insektenstich
schwillt die betroffene Körperpartie an, und das Tier zeigt deutlichen Juckreiz.

Lebensbedrohliche Folgen hat es, wenn der Insektenstich im Rachen liegt
und die Atemwege zuschwellen.

Dann muß sofort zum Tierarzt gefahren werden,
der durch Cortison-Präparate die Schwellung zum Abklingen bringen kann.

Stiche in der äußeren Haut behandelt man mit kalten Umschlägen
und Kalziumgaben zum Futter, z.B. als Trinkampullen.

Anfall

Epileptische Anfälle sehen meist dramatischer aus, als sie sind:
Die Tiere fallen aus heiterem Himmel um und beginnen zu zittern
bzw. mit den Beinen zu “rudern”.
Nach wenigen Minuten erlangen sie das Bewußtsein wieder und verhalten sich ganz normal.
Gefährlich wird es, wenn sich die Anfälle häufen oder länger andauern:
Deshalb sollte das Tier auf jeden Fall beim Tierarzt untersucht werden,
auch wenn es sich wieder vollständig erholt hat.

Einigen Anfallsleiden liegen Organerkrankungen zugrunde,
andere gehen vom Gehirn selbst aus,
können aber mit Medikamenten behandelt werden.

Faßt das Tier während des Anfalls nicht an, sondern schafft Platz,
so daß es sich nicht verletzen kann.

Augenverletzungen

Risse des Augenlids müssen genäht werden, auch Verletzungen der Hornhaus,
festsitzende Fremdkörper oder einen vorgefallenen Augapfel muß der Tierarzt baldmöglichst behandeln.

Bei freibeweglichen Fremdkörpern kann man versuchen,
diese mit Elektrolytlösung herauszuspülen.
Um das Tier während des Transports zum Arzt daran zu hindern,
sich am Auge zu reiben, sollte eine feuchte Abdeckung darübergelegt
und mit einem Kopfverband befestigt werden.

Dazu ein Tip:

Die Flasche mit der Elektrolytlösung in der Notfallapotheke kann mehrfach verwendet werden, wenn Sie die Flüssigkeit mit einer sterilen Einmalspritze entnehmt.

Ertrinken

Katzen können in Maßen schwimmen und sich retten,
wenn sie ins Wasser fallen.
Gefährlich wird es, wenn das Ufer zu steil ist (Swimmingpool, Kanal, Faß)
oder wenn die Tiere im Winter ins Eis einbrechen.

In jedem Fall muß das Tier warm eingewickelt werden.
Wenn es bereits das Bewußtsein verloren hat,
entfernt zunächst das Wasser aus den Lungen,
in dem Ihr das Tier an den Hinterbeinen festhaltet
und kopfüber hin und her schwingt.
Anschließend muß mit der Wiederbelebung begonnen werden.
Auf jeden Fall muß der Tierarzt aufgesucht werden,
da Schockgefahr besteht und Spätfolgen auftreten können.

Geburtsschwierigkeiten

Bei erstgebährenden Tieren kann es zu einem verzögerten Geburtsablauf kommen.
Spätestens eine Stunde nach Beginn der Preßwehen
sollte allerdings der erste Welpe geboren sein.
Bei Verzögerungen ist der Tierarzt um Rat zu fragen.
Das gilt auch, wenn trotz Geburtstermin keinerlei Anzeichen für Wehen bestehen.
Wenn das Tier bei gutem Allgemeinbefinden ist, kann bis zum 70. Tag
der Trächtigkeit gewartet werden.
Wenn das Tier übelriechendes, dunkelgrünes Sekret aus der Scheide
absondert oder die Körpertemperatur über 39°C ansteigt,
ist das ein Hinweis auf abgestorbene Welpen bzw. eine Infektion
der Geburtswege.
Dann sollte das Tier sofort dem Tierarzt vorgestellt werden,
ebenso, wenn die Mutter nach der Geburt schwach ist,
nicht frißt oder die Welpen vernachlässigt.
Treten während der Wehen große Mengen an hellrotem Blut aus,
liegt vermutlich eine Verletzung der Geburtswege vor
und das Tier muß schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden.
Das gilt auch, wenn um den Geburtstermin Zitterkrämpfe einsetzen.
Dazu kann es kommen, wenn zu wenig Kalzium für die Milchproduktion
zur Verfügung steht.
Die Krämpfe müssen durch Kalziuminfusionen beim Arzt behandelt werden.
Vorbeugend sollte die Versorgung mit Kalzium während der Trächtigkeit optimiert werden.

Herzversagen

Bei älteren Tieren mit Herzerkrankung kann eine starke Belastung
(Bewegung, Hitze, Aufregung) zum plötzlichen Herzversagen führen.
Doch auch starke Flüssigkeitsverluste, z.B. durch Blutungen, Durchfall, Erbrechen oder Verbrennungen, können über den Schock zum Herzversagen führen.
Das Gehirn nimmt Schaden, wenn es länger als drei Minuten
ohne Sauerstoffversorgung ist, daher ist beim Herzversagen
höchste Eile geboten und sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen einzuleiten.
Am besten bittet Ihr jemanden, Euch während der Maßnahmen schnellstmöglich zum Tierarzt zu bringen.
Bei Flüssigkeitsdefizit kann nur eine sofortige Notfallversorgung
mit Infusionen das Tier retten.
Liegt ein Herzschaden oder eine andere schwere Grunderkrankung
wie z.B. Tumoren vor, sind die Überlebenschancen trotz Wiederbelebung gering.
Vorbeugend kann man das Herz regelmäßig untersuchen lassen
und Übergewicht vermeiden.

Hitzschlag

Werden Tiere an warmen Tagen im Auto gelassen, kann sich der Innenraum sogar im Halbschatten so stark aufheizen, daß es zu einem Hitzschlag kommt:
Die Tiere hecheln stark, taumeln und zeigen gerötete Schleimhäute (Zahnfleisch). Katzen können auch einen Hitzschlag erleiden,
wenn sie versehentlich im Wäschetrockner eingeschlossen werden.
Das Tier muß mit kaltem Wasser abgekühlt werden, insbesondere der Kopf.
Um den Kreislauf anzuregen, massiert man die Gliedmaßen.
Ist das Tier bereits bewußtlos oder erbricht es sich bzw. finden sich Anzeichen für einen Schock, ist in jedem Fall sofort der Tierarzt aufzusuchen.

Innere Verletzungen

Besonders bei Autounfällen oder hohen Stürzen kann es zu inneren Verletzungen kommen, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind.
Auch wenn ein solcher Zwischenfall scheinbar glimpflich abgegangen ist,
sollte das Tier unbedingt vom Tierarzt untersucht werden.
Beobachtet es anschließend einige Zeit aufmerksam:
Bei Anzeichen für Kreislaufschwäche (hecheln, blasse oder bläuliche Schleimhäute, Schwäche) können Sie die Druckprobe am Zahnfleisch machen
und achten Sie auf eine ungestörte Atmung ohne Rasselgeräusche.
Verschlechtert sich der Zustand des Patienten oder zeigt er gar Schocksymptome, muß er unbedingt zum Tierarzt gebracht werden.

Knochenbrüche

Brüche sind nicht immer als solche erkennbar.

Besonders geschlossene Brüche, bei denen die Haut unverletzt bleibt,
können unbemerkt bleiben oder wie eine Verrenkung oder Bänderverletzung aussehen.
Besteht der Verdacht auf einen Bruch, z.B. nach einem Unfall,
sollte auf jeden Fall der Tierarzt konsultiert werden.
Erst durch eine Untersuchung und Röntgenaufnahme läßt sich das Ausmaß
des Schadens beurteilen.
Offene Brüche, bei denen die Haut verletzt ist oder gar ein Stück des Knochens vorsteht, müssen dringend tierärztlich versorgt werden.
Zunächst ist zu prüfen, ob das Tier einen Schock erlitten hat,
dann ist die Wunder und der Knochen mit sterilem Verbandmaterial
oder einem frischen Handtuch abzudecken.
Keinesfalls Wundbalsam oder Salbe auf den offenen Bruch geben.

Das Tier sollte beim Transport zum Arzt durch eine feste Unterlage
(am besten ein Brett) gestützt werden, damit die Bruchstelle nicht bewegt oder berührt wird.

Schock

Bei allen Notfallsituationen sollte das Tier zuerst auf Anzeichen
für einen Schock untersucht werden:
schnelle Atmung, rasender Puls, blasse Schleimhäute
mit verzögerter Füllung nach der Druckprobe,
niedrige Körpertemperatur (unter 37°C) und kalte Gliedmaßen.

Im späteren Stadium kommt es zu flacher, langsamer Atmung,
unregelmäßigem Herzschlag und Reaktionslosigkeit.

Die Bekämpfung des Schocks hat Vorrang vor allen anderen Notfallmaßnahmen!

Legen Sie das Tier auf die Seite und streckt seinen Kopf.

Hebt das Becken und die Hinterläufe an und legt ein Kissen o.ä. darunter.
Starke Blutungen sind durch einen Druckverband zu stillen.
Falls nötig, sind Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen.
Schützen Sie die Katze durch eine Decke vor weiterem Auskühlen
und bringt sie sofort zum Tierarzt.
Denken Sie daran, dass auch starke allergische Reaktionen,
z.B. auf Insektenstiche oder Medikamente, zum Schock führen können!

Stromschlag

Katzen können beim Zerbeißen von stromführenden Kabeln einen Stromschlag erleiden.
Diese Situation kann auch für Sie sehr gefährlich sein
- denken Sie also auch an Ihre Sicherheit:
Berühren Sie weder das Tier noch Flüssigkeiten in der Nähe der Stromquelle, sondern drehen Sie zuerst den Strom ab.
Befreien Sie dann das Tier (notfalls mit einem Holzstiel).
Überprüfen Sie Herzschlag und Atmung und beginnen Sie
gegebenenfalls mit der Wiederbelebung.
Achten Sie auch auf Anzeichen für einen Schock.
Stromschläge verursachen Brandwunden mit hellem Zentrum
und gerötetem Rand.
Bringen Sie das Tier zum Tierarzt.

Unterkühlung

Katzen sind durch ihr Fell gut vor Kälte geschützt.
Bei extremen Temperaturen kann es allerdings an den Ohrrändern
zu Erfrierungen kommen.
Gefährlich wird es, wenn ein Tier im Winter in ein Gewässer stürzt
oder ins Eis bricht.
Das durchnäßte Fell verliert seine Dämmfunktion und das Tier
kann rasch auskühlen.

Unterkühlung führt zu Zittern, Schwäche, Krämpfen und Bewußtlosigkeit.

Häufig besteht ein Schock.
Bekämpft in diesem Fall zuerst den Schock bzw. führt Wiederbelebungsmaßnahmen durch.
Dann führen Sie dem Tier Wärme zu, indem Sie es in eine Decke wickeln
und eine Wärmeflasche darauflegen.
Fahrem Sie dann sofort zum Tierarzt, dieser kann auch die Erfrierungen behandeln, die sich in roten, geschwollenen Ohrrändern
oder geröteter Schwanzspitze zeigen.

Verbrennung

Bei Verbrennungen sollte die betroffene Körperstelle sofort 20 Minuten lang mit kaltem Wasser gespült werden.
Dann sollten offene Brandwunden mit sterilen Mullbinden
oder einem frischen Handtuch abgedeckt und das Tier
zum Arzt gebracht werden.

Tragen Sie keine Brandsalben o.ä. auf.

Achten Sie auf Schocksymptome, die auch erst nach Tagen auftreten können.
Selbst relativ kleine Verbrennungen können lebensbedrohliche Folgen haben, wenn durch den Flüssigkeitsverlust und die Entzündungsreaktion der Haut
ein Schock ausgelöst wird.

Vergiftung

Katzen sind besonders empfindlich gegen Giftstoffe
und Kontaminationen des Fells.
Haben Sie eine Giftaufnahme beobachtet, sollten Sie das Tier
und möglichst auch eine Giftprobe zum Arzt bringen.
Dieser kann dann Erbrechen auslösen und nach Rücksprache
mit der Giftzentrale geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.
Denken Sie auch daran, dassTabak, Verhütungspillen
und menschliche Arzneimittel für Tiere besonders giftig sein können.
Haben Sie lediglich den Verdacht, dass eine Vergiftung vorliegen könnte,
sollten Sie zunächst telefonischen Kontakt mit dem Tierarzt aufnehmen.
Erbrechen tritt zwar bei vielen (nicht allen) Vergiftungen auf,
hat aber in den meisten Fällen eine andere Ursache.

Anzeichen einer Vergiftung können je nach Substanz sein:

Erbrechen, Speicheln, Rötungen der Maulhöhle, Blässe, Durchfall, Zittern, Bewegungsstörungen, Atemnot, Husten, Teilnahmslosigkeit und Schmerzen, meist mit der Tendenz zur Verschlechterung.

Achten Sie auf Schocksymptome und bringen Sie das Tier zum Tierarzt.

Verletzungen von Haut und Muskulatur

Neben Verkehrsunfällen und Beißereien können auch Stiche und Schußwunden starke Blutungen verursachen.
Bei hellrot pulsierendem Blut droht ein rascher Blutverlust.
In dem Fall ist oberhalb der Wunde abzubinden und ein Druckverband anzulegen.
Es ist außerdem auf Schocksymptome zu achten, und das Tier
ist sofort zum Tierarzt zu bringen.
Falls die Wunde die Brusthöhle öffnet, droht ein Lungenkollaps.

Achten Sie auf saugende Atemgeräusche und pressen Sie
eine sterile Abdeckung auf die Wunde am Brustkorb.


Bißwunden sind meist infiziert und sollten, unabhängig von ihrer Größe,
stets beim Tierarzt versorgt werden.

Steckt ein Fremdkörper, z.B. ein Pfeil, in der Wunde, ziehen Sie ihn nicht heraus, sondern schneiden Sie ihn einige Zentimeter über der Wunde ab
und legt für den Transport einen Verband an.

Schmutz und kleinere Fremdkörper können Sie mit steriler Elektrolytlösung
aus der Wunde spülen, bevor Sie einen Verband anlegen.

Denken Sie immer daran, dass Sie beim Verbinden die Blutzirkulation nicht abschnüren dürfen.

 


Nützliches für die Hausapotheke

* Antiseptische Lösung (z.B. Beta-Isotona)
ACHTUNG !
Keine Phenole und Derivate und kein Jod oder Jodverbindungen verwenden : toxisch für Katzen!

*Feline Concentration Instant (Aufbaudiät, Waltham = Tierarzt).

* Fieberthermometer

* Haut & Fadenschere


* Heftpflaster

*Homöopathisches Augenwasser zur Reinigung, Pflege und bei leichten Entzündungen
(z.B. Euphrasia compositum oder Calendula.
Fell danach rundherum sorgsam trocken-tupfen

*Homöopathisches Ohrenwasser (z.B. Calendula)
zur Reinigung und gegen leichte, nicht-parasitäre Reizungen

*Johanniskrautöl für Wunden und Hautreizungen
(Trägersubstanz = Olivenöl, darf daher problemlos abgeleckt werden).

* Mulltupfer und Mullverband

* Pinzette (anatomische und chirurgische Form)

* Plastikspritzen ohne Kanüle

*Rescue Remedy = Bachblüten-Notfalltropfen


* SOS Spray

 

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